Was bleibt.

Archiv der erzählenden Dinge

Nicht alles war schlecht … Von jeher werden in meiner Familie DINGE bewahrt, wertgeschätzt und irgendwann weitergegeben. So aufgewachsen und erzogen, finden sich auch in meinem heutigen Haushalt viele von Eltern und Großeltern hinterlassene Dinge. Ich bewahre und schätze sie wegen des schönen Materials, ihrer besonderen Ästhetik, ihrer noch immer perfekten Funktion oder einfach wegen …

weiterlesen

Säcke voller Stoff im Garten meiner Eltern in der Oberlausitz. „Kannst Du doch bestimmt gebrauchen“, sagte mein Vater kurz nach der Wende zu mir. Säcke voller Muster von Druckproben, fein säuberlich im Format 15 x 20 cm in 5-6 Farbvariationen, getackert, mit der Zickzackschere versäubert und mit Artikelnummern beklebt. Ausgeräumt aus dem Werk 5 in …

weiterlesen

An der Wand meines Kinderzimmers hing in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts ein hölzernes Bücherregal. Mein Vater baute es für mich. Ich richtete es nach dem Vorbild der Regale in der Kinderbibliothek ein, denn ich war eine neugierige Leserin. „Schnick-schnack-Dudelsack“, verlegt bei Abel & Müller in Leipzig, Druck Nr. 520-4-54, klebte ich die Nummer …

weiterlesen

Ich finde, wir sollten uns im 30. Jahr der Deutschen Einheit mehr denn je um einen komplexen Blick auf die Geschichte der DDR und den Alltag ihrer Bürger bemühen. Denn das Leben in der DDR war trotz Diktatur komplex und widersprüchlich. DDR-Bürger mussten in einer geschlossenen Gesellschaft ihr Leben gestalten, haben unterschiedliche Erfahrungen mit dem …

weiterlesen

„Dies ist ein geschnitztes Rehkitz, das einmal mit seinen Eltern im Wohnzimmerschrank stand und als Stücke aus der Heimat von meiner Mutter sehr in Ehren gehalten wurde – über die Jahre ist es verwaist und es hat sehr gelitten, was aber seiner symbolischen Bedeutung keinen Abbruch tut. Und eine Karaffe, die die Umzüge besser überstanden …

weiterlesen

Handschuh und Kiste waren 1976 neben wenigen anderen Dingen sowie meinen nackten Händen die Akteure meines ersten Soloprogramms “Regenwürmer”. Auf dem DDR-Puppenspielfestival jenes Jahres fiel es bei der Jury durch, die mit solch armem Puppentheater ohne Puppen nichts anfangen konnte, aber Veranstalter im In- und Ausland sahen das anders und bald darauf war es für …

weiterlesen

Dieser Abreißkalender hängt schon seit vielen Jahren in Marios Laden VEB Orange. Doch anders als die meisten anderen Dinge des Inventars  ist der Kalender nur zum Anschauen da und nicht zu verkaufen – das lässt sich am kleinen „X“ ablesen, das den Rand markiert. Unverkäuflich ist der Kalender, weil er von einem ganz besonderen Datum …

weiterlesen

Als ich mich mit meinem Freund Peter Grimm (Initiative für Frieden und Menschenrechte) im März 1985 anlässlich seines 20.Geburtstages in Ostberlin traf, verlor ich nach einem Foto-Shooting am Brandenburger Tor meine Brieftasche samt Personalausweis. Eine nicht ganz ungefährliche Sache, denn man war damals in der DDR verpflichtet, seinen „Perso“ stets bei sich zu haben. Schon …

weiterlesen