Was bleibt.

Archiv der erzählenden Dinge

Man sieht einen Puppenspieler mit Handpuppe

Handschuh und Kiste waren 1976 neben wenigen anderen Dingen sowie meinen nackten Händen die Akteure meines ersten Soloprogramms “Regenwürmer”. Auf dem DDR-Puppenspielfestival jenes Jahres fiel es bei der Jury durch, die mit solch armem Puppentheater ohne Puppen nichts anfangen konnte, aber Veranstalter im In- und Ausland sahen das anders und bald darauf war es für einige Jahre das international erfolgreichste Puppenstück aus der DDR. Natürlich auch, weil man mich reisen ließ, in den Westen.

Die Kiste hatte Christian Werdin gebaut, Mitte der 70er mein Assistent, der bald darauf einer der wichtigsten Puppenbauer des Landes wurde.

Eine Anfrage aus den USA wurde von einem DDR-Puppenspiel-Funktionär mit “Er ist nicht typisch” beantwortet, was mich natürlich noch interessanter machte. Und so spielte ich 1980 auf dem UNIMA-Festival in Washington D.C., wo die vietnamesischen Legenden, Grundlage von “Regenwürmer”, so kurz nach dem Vietnamkrieg nicht nur ästhetisch provokant wirkten. Ich trat dort nach erfolgreichem Auftritt auch in einem TV-Special der Muppets auf, damals die erfolgreichste TV-Show der Welt. Via Westfernsehen nahmen mich nun auch viele DDR-Bürger wahr. Jetzt, 2020, will ich die Szene mit Handschuh und Kiste noch einmal spielen und füge sie in den Abend „Jesus Pinocchio“ ein, Premiere voraussichtlich Herbst 2020.

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