Was bleibt.

Archiv der erzählenden Dinge

Wie viel können unsere Dinge über die Erfahrungen der deutschen Teilung erzählen? Wie verkörpern sie ganz persönliche, aber auch kollektive Erfahrungen und Erinnerungen? Und können Dinge vielleicht das ausdrücken, worüber zu sprechen uns oft schwerfällt?

Auf unserer Reise entlang der früheren innerdeutschen Grenze und durch verschiedene Städte und Dörfer der ehemaligen DDR sind uns sehr unterschiedliche Menschen und damit auch sehr unterschiedliche Perspektiven auf diese Zeit begegnet. Über ihre Dinge, ihre Erinnerungsstücke und bis heute aufbewahrte Gebrauchsgegenstände haben sie uns von ihren ganz individuellen Erfahrungen und Erlebnissen berichtet.

Diese vielfältigen Erlebnisse und Perspektiven bilden nicht eine einzige Geschichte der deutschen Teilung ab, sondern zeigen viele Einzelerfahrungen, die sich ergänzen, nebeneinander stehen, aber oft auch komplett gegensätzlich sind. Manchmal sind es sogar dieselben Dinge, an denen die Menschen, die wir trafen, ihre Geschichte und Identität festmachen. Doch wurden sie auf unterschiedliche, manchmal gegensätzliche Art und Weise betrachtet und bewertet.

Was können die Dinge erzählen und was erzählen die Dinge damit auch über uns?

Hast du Erinnerungen an die Zeit der deutschen Teilung, die du anhand deiner persönlichen Gegenstände mitteilen möchtest?

Dann werde hier Teil des Archivs der erzählenden Dinge!

Ein Gedanke zu “Kapitel I: Was uns die Dinge erzählen.

  1. (Diese Kommentarfunktion wird auch nach Wochen kaum wahrgenommen – was sagt das über das Interesse an diesem Projekt? Aber vielleicht kommt doch noch ein Meinungsaustausch zustande)

    Nein, Dinge erzählen meist nichts von allein – sie tun es erst durch den sprachlichen oder gestischen Kommentar ihrer Benutzer.
    “Was bleibt” ist an sich ein schönes und berührendes Projekt, weil es die Auswirkungen der deutschen Teilung im Persönlichen zeigt. Umso bedauerlicher, wenn im Zusammenhang damit schon wieder verdrängt und verschwiegen wird.

    Ich bin der “Peter”, der hier mit einem stark gekürzten Text über 2 Requisiten aus einem Puppenspiel präsent ist, das 1976 in meiner Heimat DDR erstmal wegen zuviel Abstraktion – als ästhetische Revolte verstanden – von Puppenspiel-Bestimmern abgelehnt wurde, dann aber im Westen eine etwas andere DDR präsentierte. Und dessen Wiederaufführung, zumindest einer Szene, die Schaubude jetzt ablehnt.

    Während sich ab Ende der 70er Jahre im bis dahin stark von Osteuropa geprägten DDR-Puppentheater etwas durchaus Eigenes entwickelte, bei dem das eigentliche, sich differenzierende Spiel der Puppe wesentlich wurde, kam gleichzeitig aus dem Westen der Trend zum Objekttheater, zunächst aus Frankreich. Meist spielten da die Akteure und ihre Beziehung zu den Objekten die Hauptrolle.
    Das war zuerst eine originelle und erfrischende Unterart des Puppenspiels. Aber hält sie sich nach ca. 40 Jahren nicht vor allem noch, weil stark gepuscht?

    Wenn im zentralen Puppentheater Berlins die Objekte nun schon nicht mal mehr bewegt, sondern nur noch in Fotografien gezeigt werden, ist dies ein weiterer Schritt weg vom (Puppen-)Theater, das doch das eigentliche Feld der Schaubude sein sollte. Also die BELEBUNG des Materials.

    Eine virtuelle Ausstellung wäre natürlich durchaus in Ordnung – als Beiprogramm zu einem gestreamten oder gar live gespielten Puppen-Spielplan. Aber der besteht einfach aus zu wenig Angeboten, für Erwachsene nur aus einer älteren Objekttheater-Aufzeichnung. Heißt das nicht, die Neben- zur Hauptsache machen?

    Liken

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